"Schon oft am Abgrund, aber noch nie so nah"
Sinngemäß ist das die Einschätzung der Generalkommissarin des UN-Hilfswerks für die Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) Karen Koning AbuZayd (Interview vom 21.11.2008, nachzulesen z.B. unter http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/LL414968.htm). Seit September sind die Übergänge in den Gazastreifen immer wieder abgeriegelt gewesen, seit Anfang November war es für internationale Medien und Hilfsorganisationen unmöglich, in den Gazastreifen einzureisen. Auch Hilfsgüter, Medikamente, Lebensmittel und Brennstoff konnten nicht eingeführt werden. Die Auswirkungen auf den Gazastreifen, der seit Jahren einen katastrophalen wirtschaftlichen Niedergang erlebt, waren verheerend. "Wir waren schon oft am Rande (der humanitären Katastrophe, Anm. d. Verf.), aber nun fürchten wir zum ersten Mal, morgen keine Lebensmittel mehr verteilen zu können", sagte AbuZayd. Inzwischen sind 80% der Familien im Gazastreifen auf Lebensmittelhilfen von humanitären Organisationen angewiesen.
Die Situation der letzten Wochen hat natürlich dazu geführt, dass auch wir unsere Arbeit nur sehr eingeschränkt fortsetzen konnten. Sister Susan konnte seit September nicht mehr unsere Projekte vor Ort besuchen. Das Frühstücksprojekt für die Kinder von vier Schulen konnte fortgesetzt werden. Zunächst bis Juli 2009 ist die Finanzierung gesichert, allerdings kann durch die ständig steigenden Lebensmittelpreise im Gazastreifen jederzeit eine Nachfinanzierung nötig werden. Mehr Sorgen macht uns die Verteilung von Lebensmittelpaketen an 150 bedürftige Familien. Diese kostet inzwischen 8.000 US-$ im Monat, die vorübergehend von einer anderen Hilfsorganisation übernommen werden. Wir wissen allerdings nicht, wie lange noch.
Bitte unterstützen Sie uns - niemals zuvor war hatten die Kinder im Gazastreifen internationale Hilfe dringender nötig.