Die Lebensmittelpreise und überhaupt die Preise für alle Bedarfsgüter des täglichen Lebens im Gazastreifen sind in den letzten Monaten drastisch gestiegen. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass aufgrund der fast vollständigen Abriegelung des Gazastreifens fast alles, was benötigt wird, durch die Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten hindurch geschmuggelt werden muss. Das geht von Lebensmitteln über Möbeln bis hin zu Rindern und zerlegten Fahrzeugen. Entsprechend haben sich die Preise vervielfacht, die normale Bevölkerung, die inzwischen zu 80% (!) unter der Armutsgrenze lebt, kann sich die einfachsten Dinge nicht mehr leisten.
Diese Situation betrifft auch unsere Schulen. Inzwischen können drei der fünf Schulen nur noch dreimal in der Woche ein Frühstück für ihre Schüler anbieten. Wir benötigen daher dringend mehr Geld, um das Frühstücksprogramm aufzustocken. Eine genaue Kalkulation hoffen wir, in den nächsten Tagen erstellen zu können.
Gleichzeitig ist es den Schulen nicht mehr möglich, ihre Lehrer zu bezahlen. Das Gehalt der Lehrer betrug ohnehin nur rund 10-20 EUR monatlich (50-100 NIS). Doch selbst dieses Geld können die meisten Schulen nicht mehr aufbringen. Der Grund liegt darin, dass sie von unabhängigen Organisationen betrieben werden und sich normalerweise über Schulgebühren finanzieren. doch nur noch die Hälfte der Schüler kann die 50-100 NIS (10-20 EUR) jährlich aufbringen. Wer kein Schulgeld bezahlen kann, wird trotzdem nicht abgewiesen. So stehen viele Schulen vor dem Problem, dass ihre Lehrer ihre Familien nicht mehr ernähren können. Eine andere Stelle kommt für sie nicht in Frage, die Arbeitslosigkeit im Gazastreifen beträgt inzwischen über 60%. Wir wollen den Lehrern ein monatliches Einkommen von 20 EUR sicherstellen. Dies würde nicht nur die Schulen stabilisieren, es unterstützt auch direkt die Familien der Lehrer.