Liebe Unterstützer,
wir sind stolz Ihnen mitteilen zu dürfen, dass dank Ihrer Hilfe unsere Schulspeisung im September angelaufen ist. An den geplanten fünf Schulen Al Musadar, El Amal (Flüchtlingslager Magazi), Zakher School (Gaza City), El Amjad und Elarabia in Beit Hanoon. Insgesamt 620 Kinder erhalten seither viermal (Al Musadar: dreimal) die Woche etwas, was für sie längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist: eine warme, sättigende Mahlzeit aus Fleisch, Nudeln, Reis, Gemüse und Obst.
Wir haben mit diesem Projekt auf eine Situation im Gazastreifen reagiert, die mit dem inzwischen bis zur Erschöpfung gebrauchten Wort katastrophal nur unzureichend beschrieben ist. Katastrophal war die Situation der Kinder im Gazastreifen seit dem 2000 neu aufgeflammten Nahostkonflikt zu jeder Zeit, ausgelöst brutale Gewalt, vor der sie nicht geschützt werden konnten, durch Knappheit aller Lebensmittel, Schwierigkeiten, auch nur grundlegende medizinische Versorgung zu erhalten und schlechte Bildung.
2009 jedoch brachte der Gazakrieg den „zerstörerischsten Angriff in der modernen Geschichte“ der palästinensischen Gebiete, wie das UN-Hilfswerk für die Palästinaflüchtlinge in ihrem Jahresbericht 2010 schreibt. Bereits davor war der Gazastreifen von einer Blockade betroffen, die eine Versorgung der Bevölkerung mit auch nur den Notwendigsten Gütern aus eigener Kraft völlig unmöglich machte.
Seither kann man die Lage nur als verzweifelt bezeichnen. Die Gesichter der Kinder, die wir vor Ort getroffen haben, erzählen von Hunger, Angst, Gewalt, Trauer. Die meisten Familien sind dringend auf Lebensmittelhilfe angewiesen, weil sie ihre Kinder nicht selbst ernähren können.
Wir haben deshalb Anfang 2010 unsere Bemühungen auf ein Ziel konzentriert: an den Schulen, mit denen wir zusammen arbeiten, wollten wir eine Schulspeisung einrichten.
Diesem Ziel sind wir gemeinsam einen großen Schritt näher gekommen: innerhalb weniger Monate haben wir über 13.000 EUR an Spenden erhalten, mit denen wir fast die Hälfte des Projektes sicher finanzieren können.
Dadurch erreichen wir zwei sehr wichtige Ziele: wir verbessern die Ernährung der Kinder. Und wir verbessern die Bildung der Kinder. Viele Kinder werden von ihren Eltern nicht zu Schule geschickt, weil sie, zum Beispiel durch Feldarbeit, zum Unterhalt der Familie beitragen müssen. Wenn aber die Schulen eine Schulspeisung anbieten, erscheinen wieder sehr viel mehr Kinder zum Unterricht, sie sind konzentrierter und ausgeglichener.
Im Namen der Kinder danken wir allen unseren Freunden und Unterstützern herzlich. Wir sind zuversichtlich, gemeinsam auch weiterhin den Kindern im Gazastreifen ein Licht im Dunkel zu sein. Denn Hoffnung ist oft schon der erste Schritt in eine bessere Zukunft.